• WiWo Artikel "Regelbruch als Erfolgsrezept"

    ich melde mich aus 2 Wochen wundervollem Familienurlaub zurück - gleich mit einem höchst interessanten Artikel aus der Wirtschaftswoche ( www.wiwo.de ) zum Thema "Erfolg durch das Missachten bisher geltender Regeln".

    Der Artikel ist hier zu finden ( http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/regelbruch-als-erfolgsrezept-fuer-mittelstaendler-293794/ ) und bringt als Beispiel auch Doc Morris.

    Die Wirtschaftswoche schreibt über Ralf Däinghaus und das von ihm gegründete Unternehmen:

    "... Däinghaus legte sich mit der durch ständische Schutzmauern verwöhnten Apothekerzunft an, indem er die deutsche Vorschrift umging, nach der Apotheker nicht als Versandhändler agieren durften, und sich in den Niederlanden direkt hinter der deutschen Grenze etablierte. Von dort aus belieferte er Patienten in Deutschland, die über das Internet ihre Bestellungen schickten.

    Deutschlands Apotheker überzogen ihn mit Prozessen – vergeblich. Das Verbot des Pharmaverkaufs per Internet fiel..."

    Ich war jetzt ein paar mal im Blog von DocMorris, das dort verwendete Blog-System lässt allerdings viel zu wünschen übrig, man kann dort anonym und unter falschem Namen (bzw. dem Namen anderer Teilnehmer) Beiträge schreiben und so Verwirrung und Zwietarcht sähen.

    Ausserdem treiben sich dort immer die gleichen 3-4 Leute rum, um ihre (unveränderliche) Meinung kundzutun und die keine andere Sichtweise akzeptieren.

  • Otmars feuchte Träume

    "Mit einem Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln graben wir der Fälscherszene das Wasser ab"

    ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-)

    Hey Otti - solche Verbote klappen prima - man muss nur was verbieten und schon richtet sich jeder danach: Nazis, Rolex-Kopierer, Kinderpornografen, Gewalttäter, Drogenhändler, Autodiebe, ...

    Und im Iran und China gibt es, wegen der vielen Verbote, auch keinen mehr, der sie übertritt, gell?

    Ach halt - die haben ja die Todesstrafe, die fehlt uns noch, das wär doch was für nach der Sommerpause...

  • ein Blick auf ein NICHT-zugelassenes Versandangebot für Medikamente

    ACHTUNG: das folgende, ausländische und nicht zugelassene Versandangebot für Lifestyle-Produkte ist KEINE eine Apotheke nach deutschen Massstäben. Bitte bestellen Sie ( falls, wie von vielen vermutet wird, Sie über keine oder nur eine geringe Medienkompetenz verfügen ;-) ) auf KEINE Fall dort Produkte! Die Gefahr ist sehr groß, das die dort angebotenen Produkte nicht original sind und nicht vom angegebenen Hersteller stammen. Auf jeden Fall machen Sie sich ggf. strafbar, wenn Sie rezeptpflichtige Produkte ohne Rezept erwerben.

    (Puh - ein Vorspann wie in den USA... / machen Sie das auf keinen Fall zuhause nach... ;-))

    Sie sehen nun - ein Internetangebot, das verboten gehört: w w w . pi ll enph ar m Punkt COM

    Falls ein Besuch aus Studienzwecken interessiert, gehen Sie auf google.de, suchen nach dem Angebot und klicken dann auf "Im Cache"

    Wie dann leicht festzustellen ist, präsentiert sich das Webangebot des Versandhändlers sehr eingeschränkt auf die Produkte Viagra, Cialis, Levitra und schreit heraus: "Rezeptfrei Bestellen"

    Ein Impressum ist nicht angegeben - zur Kontaktaufnahme gibt es nur eine 0800-Nummer

    Vor solchen Angeboten will uns ein RX-Versandhandelsverbot, welches gerade von einer handvoll Bundesländer angestrebt wird schützen! Das ist sehr löblich! Danke!

    Aber: Auf ein solches Angebot fallen nur Leute rein, die vor lauter Sparenwollen
    das Denkenmüssen vergessen und zweitens:

    Und illegale Angebote für Modeprodukte, die wir täglich in unserem SPAM-Ordner haben, sind davon nicht berührt. Die Versender agieren aus dem Ausland, fernab selbst von der bayerischen Kontrolle und werden getrieben durch das verantwortungslose Streben nach enormen Gewinnspannen, wie beim "normalen" Drogenhandel oder bei der Verbreitung Kinderpornografie auch. Verbrecher halt!

    Das Internet wird nicht sicherer dadurch, das die ohnehin schon sicheren Angebote zugelassener Versandapotheken eingeschränkt und verboten werden.

    In dem der Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten, das Rezept ausgestellt durch einen verantwortungsvollen Arzt, der Versand organisiert durch einen zugelassenen, verantwortungsvollen Apotheker, verboten werden soll, werden nur zugelassene Apotheken und Apotheker getroffen. Und später dann der Geldbeutel aller, denn die Einschränkung von Angebot und Wettbewerb führt immer zu steigenden Preisen.

    Aber rezeptpflichtige Medikamente unterliegen doch in Deutschland der Preisbindung - warum eigentlich? Und wie lange noch?

  • Dem Otmar sein Antrag...

    Bayerns Staatsminister für Gesundheit und Verbraucherschutz, Otmar Bernhard (CSU), stellt an diesem Freitag ( 4.7.2008 ) im Bundesrat seinen Antrag, der den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ( RX ) untersagt möchte.

    "Das Antibiotikum aus der Apotheke zusammen mit den Herztropfen aus dem Netz kann eine schwere Vergiftung verursachen. Denn das Internet weiß bei Ihrem chronischen Herzleiden nichts von Ihrer akuten Grippe; Ihr langjähriger Apotheker schon", erklärte der Minister das hinter dem Antrag stehende Anliegen.

    Lieber Herr Minister, erstens: Das Internet weiss mehr als Sie denken, Google arbeitet bereits an einer Drahtlosen Maus, die gleichzeitig als Fieberthermometer rektal verwendet werden kann. Durch hin- und herrutschen auf dem Stuhl steuert man so den Cursor und gleichzeitig wird das Fieber des User gemessen und im Netz veröffentlicht. Zweitens: Bayern und Ihre Parteikollegen haben dorch gerade erst die verschärfte Online Durchsuchung verabschiedet, warum den Trojaner nicht erweitern und per Webcam nachschauen, ob der User grippig aussieht. Aber drittens: Wenn ein Patient das Antibiotikum in der Apotheke A kauft und die Herztropfen in der Apotheke B, dann gilt ihr konstruiertes Beispiel genauso...

    Anleitung: 1) und 2) sind ;-) - Punkt 3 nicht

    Der Minister erinnerte ferner daran, dass jährlich zigtausend Patienten wegen schwerer Neben- oder Wechselwirkungen in die Klinik müssten. Über 1.400 würden daran sterben.

    Ja, seit Jahren, und das ganz ohne Online Versandhandel - das bekommen die Präsenzapotheker ganz alleine hin. Ein Statistik über den Zusammenhang mit Online bestellten verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es nicht und ein Zusammenhang dazu ist von Ihnen politisch konstruiert. Aber daran erinnert sich der Minister leider nicht...

    Bernhard: "Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln brauchen wir Gürtel und Hosenträger. Die Gefahr, dass bei der persönlichen Beratung in der Präsenz-Apotheke etwas übersehen wird oder der Patient gar etwas verschweigt, ist deutlich geringer als im anonymen Online-Verkehr.

    Gürtel & Hosenträger? Warum nicht gleich Lederhose und Gamsbart? - Im Ernst, lesen Sie doch gerade mal die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Test von Stiftung Warentest paßt zwar nicht in ein selektives Weltbild.

    Es gibt aber in Deutschland mehr Leute, die die Stiftung Warentest für objektiver und vertrauensvoller halten als einen Bayerischen Staatsminister. Und das ist auch gut so!

  • BKA Studie von Heike Sürmann

    Seit letztem Herbst gibt es auf der Website des Bundeskriminalamtes ( www.bka.de ) den Band 36 zum Thema "Arzneimittelkriminalität – ein Wachstumsmarkt?"

    Das 174-setige Dokument ist als PDF hier für den Download verfügbar www.bka.de/kriminalwissenschaften/veroeff/inh/polizei_und_forschung.html

    Oft wird aus dem Bericht zitiert und ein Versandverbot hergeleitet, hier ein paar Stellen daraus:

    "Grundsätzlich liegt die Zahl der gefälschten Arzneimittel in Europa und Deutschland – im legalen Vertriebsweg – auf vergleichsweise niedrigem bis sehr niedrigem Niveau."

    "Für den illegalen Handel mit Fälschungen von Arzneimitteln stellt das Internet einen wesentlichen Vertriebsweg dar. Der Schwerpunkt liegt hier bei den Dopingmitteln, wie beispielsweise anabolen Steroiden sowie bei den Lifestylepräparaten."

    "Von den zugelassenen, das heißt legal arbeitenden Internet-Apotheken ist aber generell kein Anstieg von Arzneimittelfälschungen zu erwarten. Die Internetapotheken in der legalen Verteilerkette sind in vergleichbarem Umfang „anfällig“
    für Fälschungen wie die physisch existenten Apotheken (Offizinapotheken)."

    Noch Fragen?

  • Schutz vor gefälschten Arzneimitteln - Tipps der VFA

    noch ein paar Ratschläge der VFA ( und die müssen es ja schliesslich wissen...):

    "Versandhandel deutscher Apotheken - Wenn Ihre örtliche Apotheke auch den Kauf von Medikamenten durch einen Versandservice anbietet, können Sie - eine weitere sichere Möglichkeit - auch hier Ihre Arzneimittel bestellen."

    Der ganze Artikel mit allen weiteren guten Tipps ist zu finden unter:

    http://www.vfa.de/de/politik/artikelpo/schutz-vor-faelschungen.html

  • WHO und die Arzneimittelfälschungen in Deutschland

    Der Verband der forschenden ( und abkassierenden ) Arzneimittelhersteller VFA ( www.vfa.de ) äußert sich natürlich auch zum Thema Arzneimittelfälschungen.

    In dem lesenswerten Artikel ( www.vfa.de/de/politik/artikelpo/arzneimittel-faelschungen.html )

    zitiere ich die Passage, die sich mit Deutschland beschäftigt und überschrieben ist mit + Sicherheit in Deutschland sehr hoch +

    "In Deutschland sind bislang nur wenige Fälle von Arzneimittelfälschungen aufgetreten - und fast ausschließlich "nur" Fälschungen der Verpackung. Meistens handelte es sich um illegale Reimporte - das sind Arzneimittel, die für ein Land außerhalb der EU bestimmt waren, dort illegal umgepackt und in den deutschen Markt eingeschleust wurden.

    Solche Imitate gefährden - falls die erforderlichen Lagerbedingungen eingehalten wurden - zwar nicht die Gesundheit der Anwender, untergraben allerdings ihr Vertrauen in ihre Medikamente. Und davon, dass Fälscher sich um korrekte Handhabung von Medikamenten kümmern, ist auch nicht unbedingt auszugehen.

    Lediglich in zwei Fällen fanden sich in den letzten zehn Jahren in Deutschland tatsächlich Totalfälschungen; sie wurden sofort aus den Apotheken entfernt"

  • schockierden Erkenntnisse...

    jede noch so kleine Dorf-Apotheke hat heute einen eigenen Internet-Auftritt - viele davon betreiben einen Botendienst, der per Web oder Telefon bestellte Medikamente zum Kunden nachhause bringt.

    Nicht immer so professionell wie bei Apo-Taxi ( blog.apotaxi.com ) angedacht, aber immerhin...

    Die Konsequenz: Internet + Apotheke + zum Kunden bringen = es gibt nur noch Versandapotheken!

    Hey, ABDA ( www.abda.de ) - habt Ihr das auch schon mitbekommen? Und jetzt? Richtet sich Euer Lobbyismus nicht mehr gegen 150 sondern den Großteil der 21.500 Apotheken in Deutschland.

    Dumm gelaufen,gell?

  • RX Versandverbot

    Es wird weiter fabuliert über ein Versandverbot für rezeptpflichtige Medikamente. Zusammengefasst hat jeder Bürger also die freie Wahl - entscheiden darf er aber nicht, ob ein Arzneimittel, das ihm sein Arzt verschrieben hat, ihm per Post zugeschickt wird oder er es sich selber holt.

    Bei Pharma Privat ( www.pharma-privat.de ) hat man erkannt, wie das in Deutschland so funktioniert mit der Demokratie. Zuerst widerkäut man dort die üblichen Argumente gegen ein Versandverbot "...um die Bürger besser vor gefälschten - und damit nicht selten lebensgefährlichen - Produkten zu schützen , soll es ein striktes Verbot geben..."

    Und liefert gleich die, aus meiner Sicht völlig korrekte Konsequenz für die betroffenen Versandapotheken mit: "...auch wenn dies für zahlreiche Versandhändler das Aus bedeute."

    Aber jetzt kommt die ganze Wahrheit unserer demokratischen Meinungsbildung: " Das Niedersachsen den Vorstoß aus München und Dresden nicht offen unterstützte, habe, wie es in Hannover hieß, nur einen Grund: Die Versandapotheke Sanicare liege im Wahlkreis von Ministerpräsident Christian Wulff (Osnabrück)"

    Okay, sagen wir nicht "die ganze Wahrheit" - es ist nämlich evt. nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte lautet:

    Das überhaupt ein Bundesland und irgendwelche "C-Klasse" Politiker die Diskussion um ein Versandhandelsverbot in Deutschland führen, liegt daran, das es 21.500 Apotheken mit insgesamt ca. 55.000 ABDA-Mitgliedern gibt, ein paar ganz bestimmt in der Nähe ihres freundlichen Bundestagsabgeordneten.

    Bei der Versandapotheken Lobby ;-) sieht es dagegen echt mau aus (ausser in Niedersachsen mit Herrn Wulff uns Sanicare ( www.sanicare.de ) natürlich) es gibt nur etwas mehr als 150 zugelassene deutsche Apotheken, die neben einer Präsenz-Apotheke auch versenden.

    Okay - und das ist ja dann auch wieder demokratisch, wenn 150 etwas wollen, was 55.000 nicht wollen...

  • die schlimmste Waffe ist...

    Der jüngste Fall von Sterbehilfe in Deutschland zeigt einmal wieder, wie unterschiedlich mit dem Thema "ich will sterben" umgegangen wird. Und alle Gegener der freien Entscheidung ziehen ihre schlimmste Waffe, nämlich das "Deckmäntelchen der Fürsorge".

    Während in der Schweiz die Sterbebegleitung bis zum Schluss von Organisationen wie Exit ( www.exit.ch/wDeutsch/ ) oder Dignitas ( www.dignitas.ch ) unterstützt wird und so ermöglicht, das jeder nicht nur menschenwürdig leben sondern auch selbstbestimmt menschenwürdig sterben kann, ist hier in Deutschland die mutige Unterstützung durch den ehemaligen Hamburger Innensenator Roger Kusch ein Tabu.

    Ganz kurz, ohne Politik & Polemik meine tiefste spirituelle Überzeugung: Jeder hat das Recht auf Leben und das Recht auf Tod - viele wählen aber, weil sie Angst sowohl vor dem einen als auch vor dem anderen haben lieber: NICHT-Leben und NICHT-Tod.

    Keine Gesellschaft hat das Recht, den Einzelnen bei seiner Entscheidung zu gängeln oder gar zu verurteilen.

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